Lara's way to the top - Interview about her Intention, desires and Motivation to succeed

Interview mit Lara von Stiletto meets Espresso

WHAT ARE YOU DOING?

Wir lesen immer wieder Interviews mit Managerinnen von großen Unternehmen. Aber wie geht es den Mädels, die in unserem Alter sind, gerade in das Berufsleben starten und die gleichen Fragen und Probleme haben wie wir?

 

Um Einblicke in verschiede Berufs- und Lebenswege zu geben, haben wir die Reihe "My way to the top" gestartet in der junge Frauen, denen wir begegnen interviewt werden. Unsere erste #pearl ist Lara, die einen für uns sehr inspirirenden Fashionblog ins Leben gerufen hat.

 

the Interview in English is available on Lara's Blog -> HERE.

 

FACTS about Lara

 

 

http://www.stilettomeetsespresso.com

 

 

Alter: 25

Wohnort: Zürich

Beruf: In-House Strategy Consultant

Vorbild: Mein Vater

 

 

 


Hallo Lara, dich kennt man bisher vor allem von deinem Fashionblog „Stiletto meets Espresso“. Was machst du beruflich und wo soll es noch hingehen?

 

Ich habe BWL studiert, Bachelor und Master of Science an der EBS (European Business School) in Oestrich-Winkel. Im Master habe ich mich auf die Themenfelder Strategie, Corporate Governance und Leadership fokussiert. Während des Studiums konnte ich durch verschiedene Praktika wie z.B. bei L'Oreal im Marketing oder im Real Estate Asset Management und in einer Strategie- und Marketingberatung Erfahrungen sammeln. Seit Anfang 2014 arbeite ich für einen amerikanischen Konzern, der Traktoren und Landwirtschaftsmaschinen herstellt. Hier bin ich in der Strategieabteilung und kümmere mich um die interne und externe Ausrichtung des Geschäfts. Da ich selbst aus einem Familienunternehmen komme, was von meinem Vater und Onkel bereits in dritter Generation geführt wird, ist mein langfristiges Ziel hier später einmal die Nachfolge anzutreten.

 

Welche Erfahrungen konntest du während deines BWL Studiums sammeln? Was war dir dabei besonders wichtig?

 

Seitdem ich klein war, bin ich immer viel mit meiner Familie gereist, sodass mir Auslandserfahrungen sehr wichtig waren; Insbesondere bei einem Studienfach wie BWL. Im Bachelor war ich deshalb ein halbes Jahr in Kopenhagen (CBS) und im Master an der Columbia University in New York. Die Zeit zwischen dem Bachelor und dem Master habe ich mit meiner besten Freundin als Volunteer in einer südafrikanischen Township Schule verbracht. Da Sprachen immer wichtiger werden und die interkulturelle Kommunikation erleichtern, war ich nach meinem Masterabschluss im Sommer 2013 noch drei Monate in Malaga um Spanisch zu lernen.

 

Lara in verschiedenen Office Outfits
Lara in verschiedenen Office Outfits

Gibt es bei dir einen typischen Arbeitstag? Wie sieht dieser aus?

 

Mein typischer Arbeitstag existiert (noch) nicht wirklich, da ich projektbezogen arbeite und hierfür mal mehr, mal weniger reise und genauso eigenständig wie im Team arbeite. Wenn ich nicht reise, stehe ich typischerweise um 6.30 Uhr auf, was am Anfang hart für mich war, da ich ein Langschläfer bin. Während ich mich fertig mache, schnippelt mein Freund mir meinen Obstsalat mit Nüssen (mein absolutes Lieblingsfrühstück). Bevor ich ins Büro fahre, shooten wir meistens noch mein Outfit für "Stiletto meets Espresso". Dann fahre ich entweder mit dem Zug oder Auto ins Büro, was außerhalb von Zürich liegt. Im Büro wird natürlich erst einmal ein Espresso getrunken, während ich meine Emails beantworte. Dann geht es auch schon los mit den Meetings (oft per Telefon, da die Hälfte des Teams meist unterwegs ist) oder dem Vorbereiten von Meetings. Um 12 gehe ich mit meinen Kollegen und Kolleginnen Mittagessen. In den Sommermonaten gehe ich meist gegen 18 Uhr schon nach Hause, was ich momentan zur Zeit der WM sehr genieße; in der Regel wird es übers Jahr hinweg allerdings eher 19-21 Uhr.

 

Wow, dein Tag ist voll durchgetaktet. Wie sieht es dann abends aus, wenn du nach Hause kommst?

 

Ich mache momentan die #runstreak challenge und gehe deshalb abends immer noch schnell joggen. Meistens koche ich dann mit meinem Freund und wir erzählen uns von unserem Tag und planen die Einrichtung unserer neuen Wohnung, da wir bald umziehen werden. Danach schreibe ich meistens noch einen Blogpost während wir eine Serienfolge schauen (unser Favorit ist „Suits“). Ich nehme mir jeden Tag vor, um 10 ins Bett zu gehen, aber schaffe es nie vor 11/12 Uhr. Unter der Woche treffen wir uns natürlich auch häufiger mit Freunden in der Stadt. Zürich ist die Stadt für Afterwork-Drinks; die bekanntesten Bars hierfür sind z.B. das La Stanza und Talacker, aber auch Frau Gerold’s Garten ist super im Sommer. Momentan kann man abends sogar noch im See schwimmen!

 

 

Details über die Outfits findet ihr auf Lara's Blog
Details über die Outfits findet ihr auf Lara's Blog

Langfristig könntest du dir vorstellen den Familienbetrieb weiterzuführen. Wie kommt es dazu und welche anderen privaten Ziele möchtest du noch verwirklichen?

 

Mein Vater und ich sind ein gutes Team, und ich freue mich schon darauf, erst einmal gemeinsam mit ihm zu arbeiten und von ihm zu lernen. Der Job ist perfekt für mich, weil er viel interkulturelle Kommunikation, strategische Weitsicht und auch Kreativität fordert. Dennoch wäre es eine riesen Herausforderung, auf die man sich gut vorbereiten muss. Vorher würde ich beispielsweise gerne noch promovieren. Natürlich möchte ich langfristig auch selbst eine Familie gründen, aber ich sehe mich nicht als eine der Mütter, die zu Hause bleiben. Ich nehme es als Herausforderung an, als moderne Frau in mehreren Bereichen des Lebens erfolgreich sein zu wollen - und strebe es somit an, weder meine Karriere, noch meine Familie, noch mein Aussehen, meine Freunde oder meine Interessen zu vernachlässigen, sondern einen guten Mittelweg zu finden wie ich alles "unterkriege".

 

Die Politik und verschiedene Frauenverbände wünschen sich eine Frauenquote, wie siehst du das?

 

Von einer Frauenquote halte ich nicht viel. Die Intention ist gut, da viele Unternehmen stark von Frauen in Führungspositionen profitieren könnten. Leider sieht die Realität eines solchen Eingriffs in den Bewerbermarkt aber so aus, dass die Frauen in solchen Positionen jetzt noch härter gegen Vorurteile wie "die ist ja nur hier um die Frauenquote zu erfüllen" ankämpfen müssen und weniger ernst genommen werden. Ich bin dafür, dass grundsätzlich der beste Bewerber für den Job eingestellt werden sollte, unabhängig vom Geschlecht. Es sollte doch sowieso im Interesse des Unternehmens liegen, einen heterogenen Mix von Teammitgliedern zu fördern, weshalb es intuitiv schon Sinn macht, verschiedene Altersklassen und Geschlechter einzustellen. Ehrlich gesagt sehe ich hier ohnehin einen sehr positiven Trend, sodass eine erzwungene Frauenquote zu spät kommt und nicht (mehr) notwendig ist.

 

Sommer in Zürich
Sommer in Zürich

Mode und Karriere waren lange zwei Interessen, die nicht gut zusammengepasst haben. Dass Frauen in Führungspositionen nicht weiblich aussehen dürfen ist Geschichte, und du faszinierst uns mit deinen alles andere als langweiligen und trotzdem tragbaren Office Outfits. Wie kam es zu deinem Modeblog?

 

Mein Modeblog ist bewusst getrennt von meiner beruflichen Karriere. Ich strebe nicht an, jemals Vollzeit-Blogger zu werden oder hiermit signifikant Geld zu verdienen, sondern sehe es eher als persönliche Erfüllung meiner Interessen abseits vom Job und als eine Art Hobby. Dennoch glaube ich, dass die berufliche Leistung jeder Person positiv davon beeinflusst wird, wenn diese eine ausgewogene Balance im Leben hat. Hierzu gehören Sport, Hobbies, Freizeit, Freunde. Ich denke, dass mein Blog davon profitiert, dass ich einen Beruf ausübe, der rein gar nichts mit Mode zu tun hat. So bleiben ich und mein Stil "realer" und somit nahbarer für meine Leser. Natürlich finde ich es selbst auch toll, berühmte Blogger via Instagram auf ihren Trips nach Cannes etc. zu begleiten. Allerdings kann ich mir hiervon modisch nicht sehr viel "abgucken", da die Outfits im Büro nicht tragbar sind. Ich glaube, dass mein Modebewusstsein meiner Karriere nicht schadet. Frauen haben es aus vielerlei Gründen im Job schwerer, ob sie gut oder schlecht aussehen. Ich konzentriere mich auf mein Können und habe es nicht nötig, mich unattraktiv zu machen oder an Weiblichkeit zu verlieren, nur um ernst genommen zu werden. Menschen werden dann respektiert, wenn sie authentisch sind. Und das möchte ich sein und rate es allen Frauen, die in männlichen Berufsfeldern arbeiten.

 

Welches ist dein Lieblingskleidungsstück oder Accessoire für jeden Tag?

 

Ohne Schmuck verlasse ich eigentlich nie das Haus. Das bedeutet mindestens meine Uhr und meine beiden Ringe. Erbstücke von Mama und Oma, sowie Ohrringe – ohne die fühle ich mich nackt. Modeschmuck trage ich in Form von großen Ketten oder (abends) großen Ohrringen. Fürs Büro schätze ich die klassische weiße Bluse immer mehr - man sieht sofort professioneller darin aus, und man kann hiermit sogar bunt gemusterte Röcke tragbar fürs Büro machen. Spitze Pumps sind mir ebenfalls sehr wichtig für einen guten Bürolook.

 

Designer oder Discount Mode, worin sollte Frau investieren?

 

Investieren sollte man als Frau in eine hochwertige (Designer-) Tasche. Obwohl ich sehr gerne Kleider, Schuhe und Accessoires für Schnäppchenpreise bei Asos, Zara & Co. kaufe, trage ich bei Taschen lieber Designer und dafür weniger und klassischere Modelle. Man sieht und fühlt den Unterschied, auch ohne groß gedrucktes Logo, und ein solches Stück wertet das einfachste Outfit jahrelang auf.

 

the Interview in English is available on Lara's Blog -> HERE.

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Comments: 3
  • #1

    Alexandra (Friday, 11 July 2014 12:09)

    Hallo Ihr Zwei,
    toller neuer Blogeintrag. Finde das Interview und Lara echt interessant. Freue mich auf mehr davon :)
    LG,
    Alex

  • #2

    Chris (Wednesday, 12 November 2014 15:06)

    Ich bin ebenfalls begeistert von Lara auch wenn durch das Interview deutlich wurde, dass ihr Weg nach oben finanziell gut gepolstert war. Frauen ohne ihren finanziellen Background wären noch lange nicht da wo sie jetzt ist. Dennoch bin ich ein Fan von ihr!

  • #3

    pearlsofsuccess (Tuesday, 16 December 2014 20:49)

    Danke für euer Feedback.
    Wir denken, dass man es sicher leichter hat, wenn einem eine gute Bildung ermöglicht wird, wirklicher Erfolg ist dann aber immer (meistens) selbst erarbeitet.